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01.07.2018 | 11:28 Uhr

AfD-Chef Alexander Gauland über DDR-Vergleich: "Von Mauer und Schießbefehl war nicht die Rede"

Bonn (ots) - Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland hat seinen
Vergleich der aktuellen politischen Situation in Deutschland mit dem
Niedergang der DDR im Jahr 1989 verteidigt. "Von Mauer und
Schießbefehl war nicht die Rede. Und Vergleiche müssen nicht in allen
Teilen stimmen", erklärte Gauland im Fernsehsender phoenix. Er habe
genau erklärt, wo der Vergleich liege: "Ich habe darauf hingewiesen,
dass es eine Ideologie gibt, die unbedingt durchgesetzt werden muss,
dass es Unterstützer gibt, die das unbedingt durchsetzen wollen."

Der AfD-Chef hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel in seiner Rede
scharf attackiert, ihrer demokratischen Legitimation dabei aber nicht
widersprochen, betonte Gauland. "Ich greife sie nur politisch für
eine Entwicklung an, die ich für Deutschland für gefährlich und
verheerend halte. Das ist unsere Aufgabe." Gegen seine ehemalige
Partei, die CDU, in der Gauland 40 Jahre Mitglied war, hege er keine
persönlichen Antipathien. "Ich bin gegen die CDU-Politik der
Zuwanderung; gegen vieles, was in diesem Land falsch läuft", so
Gauland. "Das ist die Verteidigung unserer Ordnung und die
Verteidigung, so wie wir von unseren Vätern das Land geerbt haben.
Wir wollen das Land so behalten, wie es vor diesem Flüchtlingszustrom
war, bevor es diese Morde, bevor es diese Messerattacken gab."
Fluchtursachen müssten vor Ort mit Investitionen bekämpft werden,
sagte Gauland.

Die Anerkennung der von der früheren CDU-Bundestagsabgeordneten
Erika Steinbach geleiteten Desiderius-Erasmus-Stiftung als parteinah
begrüßte Gauland, auch im Hinblick auf den Wettbewerb mit den anderen
Parteien. "Wenn wir uns daran nicht beteiligen, liegen wir im
Wettbewerb hinten." Der AfD-Vorsitzende hofft aber auf eine
Umbenennung unter dem Namen von Gustav Stresemann. Dieser stehe für
ein großes bismarcksches, nationalliberales Erbe. Erasmus sei
hingegen kein Programm für die AfD.



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