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12.01.2019 | 17:14 Uhr

junge Welt: Rosa-Luxemburg-Konferenz: Ueberlebensfrage Systemwechsel

Berlin (ots) - Mehr als 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen
am Sonnabend zur diesjährigen Internationalen
Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin, organisiert von der Tageszeitung
junge Welt. Unmittelbar vor dem 100. Jahrestag der Ermordung der
Revolutionäre Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht referierten
Intellektuelle, Politiker und Künstler aus Europa, den USA, Kuba und
der Türkei über linke Alternativen zu einem profitgetriebenen System,
welches durch Kriege und Krisen die Lebensgrundlagen der Menschheit
gefährdet.

Die in der Türkei juristisch verfolgte deutsche Journalistin
Mesale Tolu prangerte in ihrer Rede die Waffenexporte aus der
Bundesrepublik an den Bosporus an. Unter dem Beifall der Teilnehmer
im Mercure Hotel MOA forderte sie einen sofortigen Stopp solcher
Geschäfte, die für das Leid von sehr vielen Menschen verantwortlich
seien, zu Flucht und Vertreibung führten.

In seinem Vortrag kennzeichnete der US-Ökonom Michael Hudson die
Geopolitik der Vereinigten Staaten als »Barbarei«: Jene Staaten, die
sich einer ökonomischen Abhängigkeit von der westlichen Führungsmacht
widersetzten, sähen sich von ihr permanent militärisch bedroht. Der
italienische Wissenschaftler Vladimiro Giacché referierte über die
Abwälzung der Folgen der globalen Finanzkrise auf die Allgemeinheit.
Alleine in Europa sei eine Billion Euro für die Rettung von Banken
ausgegeben worden. Die Spekulation durch Investoren und Konzerne habe
sich in dem Jahrzehnt seit dem Kollaps noch weiter ausgedehnt,
stellte er fest. Der weltweite Wertpapierhandel habe sich
verdreifacht, das Wirtschaftswachstum halte mit der globalen
Staatsverschuldung nicht mit. Der Krisenkapitalismus müsse durch ein
System abgelöst werden, in dem die Produktionsmittel
vergesellschaftet sind, schlussfolgerte Giacché.

Die XXIV. Konferenz stand unter dem Motto »Sozialismus oder
Barbarei: Die nächste Krise. Der nächste Krieg. Die nächste
Revolution«. Zu den Rednern zählten auch der frühere Kulturminister
Kubas, Abel Prieto, und der Publizist Dietmar Dath. An der
Podiumsdiskussion zum Abschluss der Veranstaltung nahm unter anderen
der ehemalige Vorsitzende der SPD Baden-Württemberg, Ulrich Maurer,
teil.

Die Veranstaltung, die von mehr als 30 Organisationen und Medien
unterstützt wird, wurde von junge Welt per Livestream im Internet
übertragen. Sie ist die größte regelmäßig stattfindene Konferenz der
Linken im deutschsprachigen Raum.



Pressekontakt:
junge Welt
Redaktion
Telefon: 030 / 53 63 55-0
pst@jungewelt.de

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