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18.10.2020 | 13:10 Uhr

Tarifrunde im öffentlichen Dienst: Kommunale Arbeitgeber wollen sich noch bewegen

Stuttgart (ots) - Trotz der heftigen Kritik der Gewerkschaften am Angebot von Bund und Kommunen zeigt sich der Verhandlungsführer der kommunalen Arbeitgeber (VKA) optimistisch für die dritte Verhandlungsrunde am 22./23. Oktober in Potsdam. "Wir wollen diese Woche durchkommen - möglichst in zwei Tagen", sagte der VKA-Präsident Ulrich Mädge im Interview der "Stuttgarter Zeitung" und der "Stuttgarter Nachrichten" (Montagausgaben). "Natürlich muss sich jeder noch bewegen in den nächsten Tagen, aber ich glaube, dass das Angebot unsere Kompromissbereitschaft deutlich signalisiert." Es sei "realistisch und verantwortungsvoll", denn es orientiere "sich ganz klar an der wirtschaftlichen Lage der Kommunen", betonte Mädge. Er schätze sein Pendant, Verdi-Chef Frank Werneke, so ein, dass auch dieser einen Kompromiss wolle. "Sie sehen ja, dass wir uns schon im Gesundheitswesen etwas angenähert haben", sagte Mädge. "Und ein Angebot ist nie das Ergebnis." Bisher haben Bund und Kommunen eine Lohnerhöhung von 3,5 Prozent in drei Stufen über eine Laufzeit von 36 Monaten angeboten.

Bei einem Misserfolg in der dritten Runde den Schlichter anzurufen, lehnte Mädge ab. "Wir werden die Schlichtung nicht fordern - dabei würde auch nichts Besseres herauskommen." Und es sei "einfach nicht die Zeit der Schlichtung", sagte er. "Die Öffentlichkeit würde das überhaupt nicht verstehen, wenn wir uns trotz der noch nie dagewesenen Krisensituation nicht einigen können."

Scharfe Kritik übte der VKA-Verhandlungsführer an den Warnstreiks der Gewerkschaften. "Ich bin der Auffassung, dass die Mobilisierung überhaupt nicht notwendig gewesen wäre", sagte er. "Die Streiks sind auch nicht wirkungsvoll." Denn Umfragen zeigten, dass die Stimmung in der Bevölkerung "Hälfte-Hälfte" sei. "Und wenn ich den Nahverkehr bestreike, der überhaupt nichts mit dieser Tarifrunde im öffentlichen Dienst zu tun hat, dann will Verdi aus unserer Sicht nur ein paar mehr Leute auf die Straße bringen", kritisierte Mädge.

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